Samstag, 30. August 2008

Das Isländische Volk bedankt sich beim deutschen Staat

Das Isländische Volk bedankt sich beim deutschen Staat

Stefán Júlíusson

Es gibt viele Möglichkeiten in der heutigen Welt Geld mit Geld zu verdienen. Es werden auch immer mehr Möglichkeiten gesucht mehr Geld in kürzester Zeit zu verdienen.

Eine von diesen Möglichkeiten ist ein Darlehen in einer anderen Währung (mit einem geringeren Zinssatz) aufzunehmen. Bei dieser Methode wird das Geld genutzt um Investitionen zu tätigen die mehr Rendite einbringen.

Einige Beispiele:

In Japan sind Dahrlehenszinsen um die 2%. Das Geld kann dann genutzt werden um Aktien oder Anleihen zu kaufen die eine höhere Rendite haben. In den USA ist es möglich, Unternehmensdarlehen mit einem Zinssatz um die 6% zu kaufen. Das gibt eine Realrendite von 4%. Vielen ist das nicht genug. Da kommen Länder wie Süd-Afrika, Island oder die Türkei ins Spiel. In den genannten Ländern gibt es einen Zinssatz aus Staatsanleihen von ungefähr 10% bzw. auf Unternehmensanleihen 15%. Der Grund für die hohen Zinsen ist das Risiko und ungewisse Zukunft dieser Wirtschaftsräume. Je mehr Gewinn, desto mehr Risiko! Argentinische Staatsanleihen bieten einen Gewinn von über 200%. Hierbei besteht allerdings ein sehr, sehr hohes Risiko das der Investor sein Geld nicht zurückbekommt.

Aus den oben aufgeführten Beispielen von Staats- bzw. Unternehmensanleihen lässt sich erkennen, wie sich Staat bzw. Unternehmen bei Bedarf finanzieren.

Aufgrund der Tatsache, dass die Investoren nach immer mehr Gewinn suchen, müssen neue Investitionsmöglichkeiten mit noch höheren Zinsen gefunden werden. Eine dieser Möglichkeiten ist der Verkauf der Anleihe in einer anderen Währung, meist in Isländischen Kronen, Süd-Afrikanischem Rand oder Türkischer Lira, denn da sind die Zinsen hoch.

Was gewinnt der Verkäufer von der Anleihe in einer Fremdwährung? Wenn die Währung des Landes an Wert verliert, muss weniger zurückgezahlt werden, es gibt jedoch auch eine geringere Rendite. Wenn die Währung stabil bleibt oder sogar an Wert gewinnt, kann mehr als Nominalzinsen der Anleihe erwirtschaftet werden. Das ist fast immer eine Lotterie.

In den letzen Jahren gab es viel Geld auf den Finanzmärkten. Alle hatten Geld und alle haben Gewinne erziehlt. Die Frage der Investoren war nur, wie man schneller mehr Gewinne machen konnte. In dieser Zeit wurde es immer populärer Anleihen in ausländischer Währung herauszugeben und an Investoren weiterzuverkaufen. Die Gewinne waren hoch. Eine von diesen ausländischen Währungen war die Isländische Krone. Bei 317.000 isländischen Einwohnern ist die Wirtschaft dementsprechend klein. Seit 2001 ist die Landeswährung auf Island frei handelbar, d.h. das der Wert der Wähung nach Angebot und Nachfrage auf dem freien Markt entschieden wird. Wegen dem kleinen Wirtschaftraum ist die Krone eine sehr volatile Währung. Volatil bedeutet, dass der Kurs sich sehr schnell ändert wenn die Nachfrage oder das Angebot sich ändert. Aus diesem Grund war es nicht überraschend, dass die Isländische Krone immer stärker wurde als ausländische Unternehmen bzw. Banken die Anleihen in Kronen an Investoren weiterverkauften. Nach dem Crash auf den Wirtschaftsmärkten kam die Änderung. Die Investoren suchten Sicherheit, doch die gab es in den Anleihen ausländischer Währungen nicht und schon gar nicht in einer kleinen volatilen Währung wie die Krone. Als die Investoren ihre Anleihen verkauft haben, wuchs das Angebot der Isländischen Krone und der Kurs ist gefallen. Dies lässt sich auf dem folgenden Graph deutlich erkennen

Nach dem Sinken des Kurses der Isländischen Krone folgte eine kräftige Inflationssteigerung. Da durch wenig Eigenherstellung die meisten Konsumgüter erst nach Island importiert werden müssen, entstand die Inflationssteigerung, die sich auf dem folgendem Graph erkennen lässt.#

Mittlerweile ist die Inflation schon jetzt auf über 15% (Jahresbasis) gestiegen. Das hat eine sehr schlechte Auswirkung auf die Wirtschaft und natürlich auf die Arbeitnehmer, die sehen, wie ihr Geld an Wert verliert. Ein Rückgang von dieser hohen Inflation ist bislang nicht in Sicht. Experten schätzen Mitte nächsten Jahres.

Ein Unternehmen, das Anleihen in Isländischer Krone ausgegeben hat, ist unter anderem die Deutsche Staatsbank namens „Kreditanstalt für Wiederaufbau“. Es stellt sich die Frage, ob die Aufgabe dieser Bank darin besteht, risikoreiche Anleihen in Isländischen Kronen an Investoren weiter zu verkaufen. Interessant zu lesen, was sie auf ihrer Webseite schreiben:

Anhand der folgenden Aufstellung lässt sich erkennen, welche Anleihen die KfW verkauft hat. In der ersten Spalte „NAME“ sieht man die Bezeichnungen der aufgelisteten Anleihen. Der Name der Anleihen setzt sich zusammen aus dem Zinssatz, gefolgt von dem Kürzel „KFW“ und anschließend dem Fälligkeitsjahr.

Interessant zu lesen, dass eine Staatsbank in Europa in solche Geschäfte verwickelt ist. Wie kann eine Staatliche Bank mithelfen ein anderes Europäisches Land unstabil zu machen? Ist das moralisch? Das ist natürlich völlig in Ordnung wenn wir einen Markt haben wollen der völlig frei ist von Moral ist. Aber dann wäre das auch keine Staatliche Bank mit Staatlichen Garantien wenn was falsch läuft. Ich möchte nur daran erinnern, dass die KfW einen großen Anteil hat in der IKB, die fast pleite ist wegen Fehlgeschäften mit Immobilienanleihen in den USA. Der Steuerzahler zahlt dafür. Vielleicht nicht direkt, aber das Geld, welches die KfW sonst für gute zwecke hätte, muss jetzt an die IKB gezahlt werden.

Es wird heute viel über Spekulationsgeschäfte mit Erdöl gesprochen und auf die Entwicklung der Währung spekuliert. Von einem Unternehmen, welches direkt unter dem Bundesfinanzministerium (Peer Steinbrück SPD) steht, der KfW, wird das offensichtlich in Deutschland gefördert und nicht kritisiert. Manchmal vergessen wir unsere politische Ideologie wenn Geld im Spiel ist.

Dienstag, 19. August 2008

Möglichkeiten zur Erhöhung des Nettoeinkommens




Welche Möglichkeiten haben wir das reale Nettoeinkommen der Niedrigverdiener zu erhöhen?


Abb. 01: Wachsende Kluft

In einem Spiegelheft vom April erschien ein Bericht über die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Anlass des Berichtes war die Diskussion bezüglich der Reichensteuer, die die Kluft wieder schließen bzw. vermindern soll.

1. Was bedeudet reales Nettoeinkommen?

Nettoeinkommen bezeichnet das Einkommen, was dem einzelnen nach Abzug aller Abgaben und Steuern für den privaten Verbrauch zur Verfügung steht.

Um die jährliche Entwicklung der Kaufkraft zu analysieren, werden die Zahlen inflationsbereinigt (vgl. Vorgehen vom DIW). Das Nettoeinkommen bleibt unverändert.





Anhand der oben stehenden Statistik lässt sich erkennen, dass sich aufgrund der jährlich steigenden Inflation das reale Nettoeinkommen stetig vermindert, wobei die anderen Faktoren unverändert bleiben. Die Inflationszahlen sind Beispielwerte zur Darstellung, die Realzahlen waren in den oben genannten Zeiträumen weitaus höher. Das bedeutet, dass sich aufgrund der Inflation das reale Nettoeinkommen um mindestens 10% vermindert hat.

2. Was erkennt man aus der Statistik?

Die Besservierdienenden haben immer mehr reales Nettoeinkommen, die Niedrigverdiener beziehen dagegen immer weniger. Wenn es prozentuale Gehaltserhöhungen gibt, geschiet das rein rechnerisch. Hat die Erhöhung des realen Nettoeinkommens der Reichen einen Einfluss darauf, wie sich das reale Nettoeinkommen der Niedrigverdiener entwickelt hat? Nein, hier werden nur zwei Einkommensgruppen zusammen gezeigt. Wenn das Gehalt der Besserverdienenden weniger wird, erhöht sich das Gehalt der Niedrigverdiener nicht. Der in der Abbildung 01 dargestellte blaue Pfeil würde damit nur nach unten gehen, ohne das der rote Pfeil sich nach oben bewegen würde. Es müssen Lösungen zur Erhöhung des realen Nettoeinkommens gefunden werden, erst dann können wir zwei Pfeile oberhalb der Nulllinie sehen.

3. Welche Möglichkeiten zur Erhöhung das realen Nettoeinkommens gibt es?

Möglichkeiten zur Erhöhung:

  1. Gehaltserhöhungen an die Inflation angleichen
  2. Steuersenkungen
  3. Lohnzuschuss vom Staat
  4. Investivlohn

3.1 Gehaltserhöhungen an die Inflation angleichen

Der einfachste Weg, um das reale Nettoeinkommen gleich zu halten, ergibt sich durch die Angleichung der Gehaltserhöhungen an die Inflation. Das heißt, dass wenn es 2% Inflation gibt, muss es automatisch eine Gehaltserhöhung von 2% geben. Das wäre natürlich ein Traum, wenn es ein Gesetz geben würde, dass dies vorschreiben würde. Auf Island hat es etwas Vergleichbares gegeben, da die Inflation nicht unter Kontrolle war. Die Arbeitnehmer sollten nicht die Verlierer sein.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass sich die Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände auf Lohnerhöhungen einigen, die die steigende Inflation ausgleichen. Es ist bemerkenswert, dass die Politik aus Links und Rechts für “gemäßigte Gehaltserhöhungen” stehen, diese jedoch unter der Inflation liegen. Genau genommen könnten diese “gemäßigten Gehaltserhöhungen” als ein Abkommen für eine Gehaltsminderung gesehen werden, wie sich auch aus der Statistik der DIW ersehen lässt.

Abgrenzend zu den ersten beiden Vorschlägen würde außerdem die Möglichkeit bestehen, dass der Ausgleich nicht wie oben beschrieben durch eine prozentuale Erhöhung geschiet, sondern durch eine bestimmte Summe Geld. Dadurch könnten die Gehälter der Niedrigverdiener stärker erhöht werden.

3.2 Steuersenkungen

Der Staat hat durch Steuersenkungen der Arbeitnehmer die Möglichkeit das reale Nettoeinkommen zu erhöhen, denn weniger Abzüge würden mehr Netto zur Folge haben. Die Senkungen müssten allerdings so berechnet werden, das sie die Inflation ausgleichen, denn wenn es eine 1%-Senkung bei einer höheren Inflation geben würde, wäre diese Maßnahme keine Hilfe. Wenn dieser Weg gegangen wird, haben alle mehr Nettoeinkommen, auch die Besserverdienenden. Diese Tatsache lässt sich auf der Abbildung 01 erkennen. Im Jahr 2003 wurde die Lohnsteuer gesenkt und dies hatte sogar eine Erhöhung der Kluft zwischen Arm und Reich zur Folge! Warum? Die Antwort ist einfach. Die unterschiedlichen Steuern sind prozentual. Wenn die Steuern gesenkt werden, erhält der Besserverdiener mehr Euro als der Niedrigverdiener.

Beispiel mit 2% Lohnsteuersenkung:





Wie alle wissen, sind 100 Euro mehr als 30 Euro Deswegen profitiert ein Besserverdiener mehr von einer Steuersenkung als ein Niedrigverdiener. Eine weitere Möglichkeit wäre die Senkung der Mehrwertsteuer. Fraglich ist nur, ob alle Preise sich um die MwSt. Senkung zurück gehen würden.

3.3 Lohnzuschuss vom Staat

Aktuell in der Diskussion geht es um Lohnzuschüsse vom Staat. Das bedeudet, dass Niedrigverdiener einen Zuschuss vom Staat bekommen. Dabei würden die Arbeitsplätze erhalten bleiben, die für ein Unternehmen nicht mehr rentabel sind. Wirtschaftlich gesehen, wäre das Zahlen des Lohnzuschusses für den Staat wesentlich rentabler als das Zahlen von Arbitslosengeld. Der Staat müsste allerdings Wege finden um das zu finanzieren.

Allerdings stellt sich hier die Frage, warum der Staat unrentable Jobs für ein privates Unternehmen finanzieren soll. Warum muss der Staat einem privatem Unternehmen die Gehälter der Arbeitnehmer zahlen? Wir sind der Staat und müssen uns deswegen fragen: “Warum finanziere ich ein privates Unternehmen?” Für uns gibt es dafür keinen Grund. Einen Eingriff in den Markt verzerrt ihn. Es macht andere Mitarbeiter in anderen Betrieben arbeitslos. Als Resultat würde es unwirtschaftliche Betriebe geben, die wiederum eine unwirtschaftliche Gesellschaft zur Folge hätte. Ein Land braucht wirtschaftliche Unternehmen, die für das Land etwas erwirtschaften und nicht umgekehrt. Weiterhin sollte man sich aus der Sicht der Unternehmer die Frage stellen, ob es sich lohnt, wenn man die Gehälter der Mitarbeiter nicht zahlen kann, denn ein Unternehmer gründet ein Unternehmen um Gewinn zu erwirtschaften. Es wäre schon sehr kurios, bestimmte Arbeiten als “nicht profitabel” zu erklären um dadurch einen Zuschuss vom Staat zu beantragen. Dabei besteht die Gefahr, dass die Arbeitgeber dies ausnutzen und unrechtmäßig Arbeitsstellen als unproduktiv erklären.

3.4 Investivlohn

Was ist dieser Investivlohn, worüber in der letzten Zeit so heftig diskutiert wird? Investivlohn funktioniert so, dass das Unternehmen ihren Mitarbeitern nicht nur Geld als Lohn bezahlt sondern auch Firmenanteile oder Aktien vom eigenen Unternehmen. So hat ein Unternehmen die Möglichkeit, die Löhne zu erhöhen ohne das es die Lohnerhöhung gleich auszahlt. Der Mitarbeiter bekommt dann eine Dividende von den Firmenanteilen wenn es dem Unternehmen gut geht. Diese Maßnahme wird vom Staat unterstützt, denn bis zu einer Summe von 360 Euro im Jahr bleiben die Käufe steuerfrei. Die Dividende ist steuerpflichtig.

Klingt ja verlockend. Ist es aber nicht. Warum? Was verstehen wir vom Börsenhandel und Aktien? Was ist der Preis, den wir für eine Aktie bezahlen? Was beinhaltet der Preis? Hohe dividende oder Wachstumschancen? Aktien, die an der Börse gehandelt werden, haben einen Marktpreis. Alle anderen nicht. Haben alle Unternehmen die Möglichkeit Firmenanteile oder Aktien an ihre Mitarbeiter zu vergeben? Wie wird ein Preis für eine Aktie oder einen Firmenanteil ermittelt, wenn es keinen Markt gibt der den entscheidet? Wer entscheidet den Preis? Wer entscheidet wie hoch die Dividende ist oder ob sie überhaupt ausgezahlt wird? Möglich ist, eine Dividende in Form von neuen Aktien oder Firmenanteilen zu bezahlen. Erhöht sich immer der Wert der Aktie? Möchte jemand die Aktien kaufen wenn der Mitarbeiter sie verkaufen will und zu welchem Preis? Welche Gebühren fallen an? Wie lange muss man eine Aktie oder Firmenanteile besitzen bevor mann sie verkaufen kann?

Das sind viele Fragen. Es gibt noch mehr Fragen. Warum sollen wir uns damit beschäftigen? Ist überhaupt jemand fähig das alles zu analysieren? Wer kennt die Kennzahlen die benutzt werden (EPA, KGV, KUV, Dividendenrendite)?

Es gibt viele Branchen in der Marktwirtschaft, einige Branchen laufen besser als andere und haben Wachstumsmöglichkeiten. Einige Unternehmen haben nicht diese Möglichket. Siemens, BMW, Daimler, Bayer und andere Unternehmen haben die Möglichkeit zu wachsen. Sie tun das auch und zeigen immer einen höheren Gewinn als im Jahr zuvor. Ein Malerbetrieb, Einkaufszentrum oder ähnliche haben nicht die gleiche Möglichkeit zu wachsen. Das bedeutet, dass die Firmenanteile oder Aktien keinen Wertzuwachs haben werden bzw. nur einen sehr geringen. Sollen wir dann die Arbeitnehmer bestrafen, die in einem Unternehmen ohne Gewinnzuwachs arbeiten? Soll er weniger Gewinn machen als der bei Siemens? Ist das Sozialdemokratie? Das ist ein vollkommener “Markt”, wie die Liberalen es sehen und es in Unterichtsbüchern beschrieben wird.

Noch zu bedenken ist, dass nicht alle gleich klug sind. Was versteht eine Person von Aktien und Märkten, die keine abgeschlossene Schulausbildung hat, wenn es Personen mit einer Schulausbildung nicht einmal verstehen? Das ist nur verwirrend.

Es wird mit Aktien und Firmenanteilen gehandelt, die nicht an der Börse notiert sind. Dieses Handeln geschiet in dem sogenannten “Grauen Markt”. Die Nachteile, die beim Handeln am “Grauen Markt” auftauchen, liegen klar auf der Hand. Die Firmen stehen in keiner Informationspflicht, anders als bei den Firmen, die an der Börse gehandelt werden.

4. Soll nach Produktivität und Wertschöpfung der Arbeit das Gehalt errechnet werden?

Die Gründe, die die Arbeitgeber geben, das es nicht möglich ist Gehälter zu erhöhen sind unter andrem das sich die Produktivität nicht erhöht hat. Was ist Produktivität? Produktivität ist die “Menge”, die ein Arbeitnehmer in einem bestimmten Zeitraum leistet. Es kann natürlich auch eine Gruppe von Arbeitnehmern sein oder das Unternehmen selbst. Produktivität kann mit anderen beglichen werden. Ein Arbeitnehmer mit einem Anderen oder ein Unternehmer mit einem anderen Unternehmen. Um das zu machen, muss das in der gleichen Branche sein. Es ist nicht möglich die Produktivität eines Malers mit der Produktivität eines Fensterputzers zu begleichen. Es ist nicht möglich die Produktivität des VW Werkes in Wolfsburg mit der Produktivität des IKEA Möbelhauses in Tempelhof zu vergleichen.

Das die Arbeitgeber sagen, dass es nicht möglich ist die Gehälter zu erhöhen weil sich die Produktivität der Arbeitnehmer nicht erhöht hat, kann man wenig entgegensetzen. Wenn ein Arbeitnehmer immer das gleiche leistet sollte das Gehalt nicht erhöht werden. Das ist auch richtig, oder? Ja, finde ich auch. Ich werde aber im nächsten Kapitel erklären, warum das Gehalt sich erhöhen soll obwohl der Arbeitnehmer nicht mehr leistet.

Wir leben in einem Sozialstaat. Wenn sich die Preise erhöhen, sollte sich auch das Gehalt erhöhen. Da sollte die Produktivität kein Hindernis sein. Bis jetzt hat es Gehaltserhöhungen gegeben und die Unternehmen sind immer irgendwie zurecht gekommen.

5. Externe und interne Einflüsse auf ein Unternehmen

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in einer Welt leben, wo sich alles ändert. In der Wirtschaft wird darüber gesprochen, dass es externe sowie interne “Einflüsse“ gibt. Ein interner Einfluss ist, wenn das Unternehmen selbst was entscheidet was im Unternehmen getan werden soll, zum Beispiel ein neues Produkt zu entwickeln oder ein Produkt aus dem Sortiment zu nehmen. Ein externer Einfluss ist wenn das Unternehmen nicht selbst Einfluss auf ein “Geschehen” hat, welches das Unternehmen beeinflusst. Ein Beispiel hierfür wären Gesetze, die das Unternehmen verordnet den Müll zu trennen oder auf bestimmte Materialien in der Produktion zu verzichten. Auch ein gutes Beispiel ist Inflation. Die Einkaufspreise sowie andere Kosten erhöhen sich. Ein Unternehmen versucht sich natürlich zu währen. Es macht Verträge für einen bestimmten Zeitraum im Voraus, um eine Ware für einen festen Preis zu bekommen. Das macht das Unternehmen als Arbeitgeber auch mit den Gewerkschaften. Sie schließen Verträge, die die Gehälter der Arbeitnehmer regeln.

Mit Lobbyismus versuchen Unternehmen und Unternehmensverbände diese externen Einflüße zu beeinflüßen. Sie versuchen Gesetze in deren Intersse zu ändern oder gar zu verhindern. Sie sprechen mit Politikern sowie anderen Verbänden und betreiben eine sehr starke Propaganda für deren Interesse. Sie versuchen Medien zu beinflüßen und bekannte Namen für sich zu gewinnen. Zum Beispiel ist der Herr Wolfgang Clement oder Gerhard Schröder der jetzt Gazprom in erster Linie vertritt und dann die Sozialdemokratie.

Die Politiker, links und rechts, haben über gemäßigte Lohnerhöhungen gesprochen. Jedesmal wurden die Forderungen als zu hoch angesehen. Dabei waren die Forderungen meistens unter der Inflation und damit real gesehen eine Lohnminderung. Wenn die Gewerkschaften keine Unterstützung bekommen, sehen sich die Arbeitgeber im Recht keine Lohnerhöhungen geben zu wollen. Ein Sozialdemokrat sollte immer für eine Lohnerhöhung sein die der Inflation entschpricht oder sogar höher. Die Produktivität sollte da keine Rolle spielen. Ein Unternehmen sieht keinen Druck von sich aus die Produktivität mit Innovation oder Änderungen fortzuführen wenn die Löhne gleich bleiben. Wenn sich die Löhne erhöhen, muss das Unternehmen nachdenken, wie der Profit maximiert werden kann ohne jemanden zu entlassen. Ein Unternehmen, dass Mitarbeiter entlässt, ist ein Unternehmen das nicht mehr auf dem neusten Stand oder in der Umwandlung ist. Das geschiet ständig und hat nichts mit Lohnerhöhungen auf dem Arbeitsmarkt zu tun. Die Unternehmen, die es in Deutschland gibt, sind nicht hier um den Arbeitnehmern einen Gefallen zu tun, sondern weil sie Profit machen wollen. Unternehmen haben auch Menschen entlassen, obwohl es keine Lohnerhöhungen gegeben hat. Die Unternehmen haben sich auch immer angepasst, das darf mann nicht vergessen.

6. Schlusswort

Irgendetwas muss geschehen, so dass sich die Reallöhne der Niedrigverdiener erhöhen. Weil immer gesagt wird, dass es keine Möglichkeit gibt die Löhne zu erhöhen, werden neue Lösungen gesucht. Einige habe ich hier oben beschrieben. Alles sollte so einfach wie möglich gestaltet werden. Es sollte dem Arbeitnehmer so einfach wie möglich gezeigt werden was er verdient. Wir, die arbeiten gehen, wissen das, das was zählt, das ist was wir am Monatsende bekommen. Eventuelles Einkommen irgendwann später spielt da keine Rolle, da die Miete und andere Rechungen im gleichen Monat gezahlt werden müssen. Deswegen sollten wir uns darauf konzentrieren, dass die Unternehmen die Gehälter mit “Geld” erhöhen und nicht mit buchhalterischen Tricksereien wie z.B. eine verwirrende Vergabe von Aktien.

Eine Steuersenkung ist auch eine Möglichkeit. Eine Gehaltserhöhung vom Arbeitgeber plus einer Steuersenkung vom Staat wäre eine andere Möglichkeit. Ein Lohnzuschuss vom Staat ist keine gute Idee weil andere Arbeitnehmer die evtl. nicht viel mehr verdienen das mit ihren Steuern bezahlen.

Wir müssen alles so einfach wie möglich gestalten, das heißt es bleiben nur die Möglichkeiten der Gehaltserhöhung oder die Möglichkeit der Steuersenkung. Die Optionen Investivlohn oder die Option des Lohnzuschusses haben sich in dieser Gegenüberstellung als nicht sinnvoll erwiesen.


Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung.